Validierung von Process Mining zur kontinuierlichen Optimierung von verfahrenstechnischen Prozessen

Process Mining nutzt Daten aus IT-Systeme, um die dahinterliegenden Geschäftsprozesse zu identifizieren und analysieren. Die Herstellung von Hafer- oder Sojadrinks ist ein vielschichtiger Prozess. Die natürlichen Rohstoffe werden schrittweise über große Tanks und lange Rohre in 1L-Kartons verarbeitet. Berief möchte seinen umfänglichen Datenbestand nutzen, um seine Abläufe weiter zu optimieren und evidenzbasiert Potential aufzudecken.

Dominik Kürpick

Dominik Kürpick

Details

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Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW

it's OWL

Problem

Wie hebt man den Datenschatz?

Lebensmittel müssen höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Gleichzeit erhöhen sich Rohstoffkosten, Konsumenten müssen sparen und pflanzliche Lebensmittel werden stärker nachgefragt - was internationale Wettbewerber anlockt. 



Die Berief Food GmbH begegnet diesen Anforderungen und Herausforderung mit der Digitalisierung ihrer Prozesse. Um diesen Datenschatz mittels Process Mining in evidenzbasierte Erkenntnisse über interne Abläufe zu verwandeln, müssen drei Herausforderungen gemeistert werden. Erstens müssen Maschinendaten in nutzbare Prozessdaten umgewandelt werden. Zweitens arbeiten Process Mining Algorithmen mit einer eindeutigen Prozessidentifikationsnummer – bei einem Prozess, der tausend Liter Chargen schlussendlich in 1L Kartons zusammenführt, muss diese Identifikationsmöglichkeit strukturiert herausgearbeitet werden. Drittens muss Process Mining effizient und gezielt in der Unternehmensumgebung eingesetzt werden, um einen größtmöglichen Effekt zu erzielen.   

Ziel und Ansatz

Übergeordnetes Ziel des Transferpiloten ist die Nutzung von Process Mining, um Optimierungspotentiale in den Produktionsabläufen zu identifizieren. Parallel zu den Herausforderungen müssen dazu drei Fragen beantwortet werden: 

  1. Wie können die verschiedenen Datentöpfe zusammengeführt werden? 

  1. Welche Analyseblickwinkel ergeben sich aus den Chargenbäumen? 

  1. Wie kann Process Mining langfristig in die digitale „Wertschöpfungskette“ eingebunden werden?  

Dazu kommen verschiedene Lösungsansätze aus vorherigen Forschungsprojekten wie BPM-I4.0 zum Einsatz. Dazu zählen Datenlandkarten, Kennzahlensysteme und natürlich Visualisierungen.   

Ergebnisse und Werte

Licht im dunklen des Silos

Mithilfe der  Anleitung zur Nutzung von Sensordaten im Process Mining  konnten die Sensordaten von Berief zu einem Event Log aufbereitet werden. Anschließend konnten verschiedene Analysefragen beantwortet werden. Zentrale Frage war: 

Werden Roh-Erzeugnisse unnötigerweise bewegt? 



Mithilfe des  Katalogs mit typischen Process Mining Analysen  konnte dieser Frage nachgegangen werden. Es konnte erfolgreich gezeigt werden, wie die Produktionsplanung und -steuerung das "Jonglieren" mit den Ressourcen zur Kapazitätsoptimierung Nutzt. 



Diese Ergebnisse wurden mit der Geschäfsleitung und dem Führungskreis besprochen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.