IEM, KI-gestützt

ENGAGE-KI – Leistungsoffensive für KI im Ingenieursalltag des Mittelstands

ENGAGE-KI unterstützt mittelständische Unternehmen dabei, Künstliche Intelligenz in ihre Entwicklungsprozesse zu integrieren und eigene Anwendungskompetenzen aufzubauen. Gemeinsam mit Unternehmen entwickeln und erproben die Projektpartner praxisnahe Lösungen für den Ingenieursalltag. Im Mittelpunkt stehen KI-gestütztes Daten- und Wissensmanagement, assistierende Copiloten und KI-Agenten zur Unterstützung zusammenhängender Aufgabenketten. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Einsatzmöglichkeiten humanoider Robotik.

Ein zentrales Umsetzungsformat sind die KI-Sprints: In den ca. dreimonatigen Projekten werden konkrete betriebliche Aufgabenstellungen mit unternehmenseigenen Daten bearbeitet und prototypische KI-Lösungen umgesetzt. Über alle Technologiefelder hinweg machen Demos und Erprobungsumgebungen die Potenziale und Grenzen von KI erlebbar. Workshops, Qualifizierungsangebote und der Austausch im it’s OWL Netzwerk begleiten die praktische Erprobung und unterstützen den Transfer in die Unternehmenspraxis. Ziel sind effizientere Entwicklungsprozesse, eine bessere Nutzung von Unternehmenswissen und mehr Freiraum für kreative Entwicklungsarbeit.

Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM

LK

Lisa Kaup

Details

ENGAGE-KI

Förderhinweis: Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird/wurde durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Förderkennzeichen: 02L19C730 Zuwendung aus dem Bundeshaushalt, Einzelplan 30, Kapitel 04, Titel 68303, Haushaltsjahr 2026 Vorhaben: „Verbundprojekt: Leistungsoffensive für KI im Ingenieursalltag des Mittelstands (ENGAGE-KI); Teilprojekt: KI & Anwendung" Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei der Autorin / beim Autor / bei den Autoren.

Problem

Der industrielle Mittelstand steht vor der Herausforderung, immer komplexere Produkte in kürzerer Zeit und mit begrenzten personellen Ressourcen zu entwickeln. Gleichzeitig beanspruchen die Suche nach Informationen, die Auswertung technischer Unterlagen und wiederkehrende Dokumentationsaufgaben einen erheblichen Teil des Ingenieursalltags. Wertvolles Entwicklungswissen liegt häufig verteilt in unterschiedlichen Dokumenten, Modellen und Softwaresystemen oder ist an die Erfahrung einzelner Beschäftigter gebunden. Dadurch wird es schwieriger, vorhandenes Wissen über Projekte und Abteilungen hinweg konsequent zu nutzen.  Hintergrund zum Projektstart 

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, Informationen zu erschließen, Entwicklungsaufgaben zu unterstützen und Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Der Schritt von ersten Versuchen zur verlässlichen Integration in den Unternehmensalltag bleibt jedoch anspruchsvoll. Dafür müssen Daten in ausreichender Qualität verfügbar sein, KI-Anwendungen mit bestehenden Engineering-Werkzeugen zusammenarbeiten und Ergebnisse fachlich überprüft werden können. Vielen Unternehmen fehlen dafür praktische Erfahrungen, geeignete technische Grundlagen und die notwendigen Kompetenzen.

Hinzu kommen organisatorische Fragen: Welche Aufgaben kann KI übernehmen? Wo bleiben menschliche Entscheidungen unverzichtbar? Und wie verändern sich Rollen und Arbeitsabläufe? Unternehmen benötigen deshalb Möglichkeiten, konkrete Anwendungen unter realistischen Bedingungen zu erproben und daraus fundierte Entscheidungen für den weiteren Einsatz abzuleiten. ENGAGE-KI verbindet diese praktische Erprobung mit Kompetenzaufbau und Erfahrungsaustausch.

Ziel und Ansatz

ENGAGE-KI verfolgt das Ziel, den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Engineering mittelständischer Unternehmen zu beschleunigen und ihre Fähigkeit zur eigenständigen Weiterentwicklung von KI-Anwendungen zu stärken. Dafür verbindet das Projekt kurzfristig umsetzbare Lösungen mit einer längerfristigen Perspektive auf die Veränderung von Entwicklungsarbeit.

Ein zentrales Instrument sind die KI-Sprints: In rund dreimonatigen Entwicklungsphasen bearbeiten Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer IEM konkrete Aufgabenstellungen aus ihrer Praxis. Ausgangspunkt sind betriebliche Anwendungsfälle und unternehmenseigene Daten. Darauf aufbauend werden prototypische Lösungen als Machbarkeitsnachweise entwickelt. Die Sprints schaffen damit einen überschaubaren Rahmen, um Erfahrungen zu sammeln und Potenziale für die Weiterentwicklung zu erkennen. Ergänzende Use-Case-Workshops helfen, geeignete Aufgabenstellungen zu identifizieren und zu bewerten.

Die Arbeit konzentriert sich auf vier Technologiefelder: KI-gestütztes Daten- und Wissensmanagement erschließt vorhandenes Unternehmenswissen. Copiloten unterstützen Beschäftigte beispielsweise bei Dokumentation, Programmierung und Entwicklungsaufgaben. KI-Agenten ermöglichen die Bearbeitung zusammenhängender Aufgabenketten. Physische KI und humanoide Robotik erweitern den Blick auf Anwendungen in realen Arbeitsumgebungen. Begleitend unterstützt ein modularer, anbieterunabhängiger Technologiestack die schrittweise und souveräne Einführung von KI.  Technologiefelder und Angebote von ENGAGE-KI 

Demonstrations- und Erprobungsumgebungen machen die Möglichkeiten und Grenzen der Technologien praktisch erfahrbar. it’s OWL bringt die Erfahrungen über Veranstaltungen, Austauschformate und Qualifizierungsangebote in weitere Unternehmen. So verbindet ENGAGE-KI die Bearbeitung konkreter betrieblicher Herausforderungen mit dem Aufbau von Kompetenzen und der gemeinsamen Weiterentwicklung von KI im Engineering

Ergebnisse und Werte

ENGAGE-KI soll praxisnahe Ergebnisse schaffen, die Unternehmen den Einstieg in KI-Anwendungen und deren Weiterentwicklung erleichtern. Dazu gehören prototypische Lösungen aus den KI-Sprints sowie anschauliche Demonstratoren. Sie machen technische Möglichkeiten greifbar und helfen, den Nutzen für konkrete Entwicklungsaufgaben, bestehende Grenzen und den weiteren Entwicklungsbedarf einzuschätzen.

Darüber hinaus entstehen übertragbare Lösungsbausteine und Referenzarchitekturen. Sie adressieren unter anderem den Zugriff auf Engineering-Wissen, die Anbindung vorhandener Werkzeuge sowie geeignete Datenstrukturen und lokale oder hybride KI-Architekturen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen weitere Anwendungen erleichtern und auch Unternehmen außerhalb der unmittelbaren Erprobung Orientierung bieten. Eine Demonstrations- und Laborinfrastruktur schafft zudem Möglichkeiten, physische KI und humanoide Robotik kennenzulernen und Anwendungsperspektiven zu bewerten.

Ein weiterer Mehrwert liegt im Aufbau technischer und organisatorischer Kompetenzen. Qualifizierungs- und Austauschformate unterstützen Unternehmen dabei, Beschäftigte einzubinden, veränderte Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu gestalten und Erfahrungen für weitere Umsetzungsschritte zu nutzen. Die Ergebnisse werden über das it’s OWL Netzwerk verbreitet und sollen auch nach Projektende für den Transfer verfügbar bleiben.

Für Unternehmen liegt der angestrebte Nutzen in kürzeren Entwicklungszeiten, weniger Such- und Dokumentationsaufwand sowie einer besseren Nutzung vorhandenen Wissens. Ingenieurinnen und Ingenieure sollen von Routinetätigkeiten entlastet werden und mehr Freiraum für kreative Lösungsentwicklung und anspruchsvolle technische Entscheidungen gewinnen.

Beteiligte Partner

Christian Kürpick
Christian Kürpick
Dominik Kürpick
Dominik Kürpick
Jessica Wulf
Jessica WulfProjektleiterin Next Learning Hub
Laban Asmar
Laban AsmarAbteilungsleiter

LK

Lisa Kaup
Markus Fockel
Markus FockelGruppenleiter
Stefan Gabriel
Stefan Gabriel

Grünhain-Beierfeld, Germany

Hans Turck GmbH & Co. KG

Paderborn, Germany

2012

it's OWL

Kerstin Eller
Kerstin EllerProjekt- und Community Management
Salome Leßmann
Salome LeßmannMarketing
Tommy Falkowski
Tommy FalkowskiReferent Forschung, Strategie & Entwicklung
Verena Dondorf
Verena Dondorf

Rietberg, Germany

WP Kemper GmbH