it's OWL Transfer:Square

Neue Transferpfade erschließen und Interaktionen stärken Der Technologietransfer aus der angewandten Forschung in die unternehmerische Praxis ist ein erfolgversprechender Lösungsansatz zur Gestaltung der aktuellen Transformationsprozesse. Fortschrittliche Technologien, Methoden und Verfahren können durch Kooperationen erschlossen und in innovative Lösungen überführt werden. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, dass Forschungsergebnisse häufig in zu geringem Umfang in Lösungen am Markt überführt werden und somit Transferpotentiale ungenutzt bleiben sowie dass die etablierten Transfermechanismen selbst unter Druck stehen. Letzteres betrifft etwa die hohe Dynamik des Wandels, der mit einer Beschleunigung des Transfers begegnet werden muss. Die Partner im Spitzencluster it’s OWL möchten bestehende Transferbarrieren überwinden und die vielfältigen Potentiale des Technologietransfers zwischen angewandter Forschung und Mittelstand erschließen, um die Transformationen gemeinsam anzugehen und die Wettbewerbsfähigkeit der Region auszubauen.

it's OWL Clustermanagement GmbH

Christian Fechtelpeter

Christian Fechtelpeter

it's OWL | Leistungszentrum Engineering Automation

Details

Transfer:Square

Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

it's OWL

Problem

Bestehende Transferbarrieren überwinden und Transferpotentiale nutzen

An vielen Stellen erfolgt in Deutschland ein erfolgreicher Technologietransfer zwischen mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Dennoch wird häufig angemerkt, dass hochwertige Forschungsergebnisse in zu geringem Umfang in innovative Marktlösungen übergehen. Existierende Transferpotentiale bleiben ungenutzt. Auch die Einbindung des Mittelstands in das Transfergeschehen erfolgt vielfach nur unzureichend. Eine zentrale Ursache für diese Probleme sind wirkende Transferbarrieren. Sie verhindern den Transferprozess, hemmen die Umsetzung oder stehen der Verstetigung der Ergebnisse entgegen. Es gibt eine kaum überschaubare Anzahl an Barrieren, die sich auf alle transferrelevanten Bereiche auswirken. Diese haben vielfältige Ursachen und sind bei involvierten Akteuren unterschiedlich ausgeprägt. Beispiele sind eine unzureichende Aufbereitung und Kommunikation von Forschungsergebnissen. Um einen effizienten Technologietransfer zu ermöglichen und Innovationssprünge zu fördern, bedarf es einer Überwindung dieser Barrieren.



Das oftmals vorherrschende Vorgehen, eine Verwertung von Forschungsergebnissen im Sinne eines Technologietransfers erst nach Ablauf eines Forschungsvorhabens anzustoßen, ist ebenfalls problematisch. Stattdessen gilt es, die Anbahnung und teilweise Umsetzung des Transfers zeitlich parallel zum Forschungsprojekt voranzutreiben und potenzielle Empfänger auf Industrieseite frühzeitig zu sensibilisieren. Insgesamt steigen die Anforderungen an Transfermechanismen hin zu mehr Flexibilität und einer höheren Umsetzungsgeschwindigkeit

Ziel und Ansatz

Technologietransfer in den Mittelstand neu denken

Die Projektpartner sind davon überzeugt, dass es in OWL noch jede Menge ungenutzter Transferpotentiale gibt. In der Projektplanung haben sich die Forschungseinrichtungen aus OWL daher gemeinsam mit dem Clustermanagement und weiteren Transfermittlern der Region die Frage gestellt, wie bestehende Transferbarrieren in der Zusammenarbeit zwischen Forschung und mittelständischen Unternehmen weiter abgebaut werden können. Entstanden ist die Projektidee mit den beiden Schwerpunkten der Durchführung sogenannter Transferpiloten und die konzeptionelle Weiterentwicklung der Innovationsplattform.



Im Fokus von „Transfer:Square (T²) – Neue Transferpfade erschließen und Interaktionen stärken“ steht die Entwicklung der notwendigen Transfermechanismen und Ansätze, um die Wirksamkeit des Transferökosystems it’s OWL weiter zu steigern, den Technologietransfer zu beschleunigen und vorhandene Transferpotentiale zu erschließen. Die Transfermaßnahmen werden eng miteinander verknüpft und neue Aktivitäten initiiert, um den skizzierten Transferbarrieren zu begegnen. Hierbei suchen die Konsortialpartner ebenso den Schulterschluss zu weiteren Initiativen mit einem Transferfokus in der Region .

Durch die FuE-Aktivitäten sollen Transferbarrieren überwunden und die Kooperationskultur in der Clusterregion gefestigt werden. Zukunftsweisende Forschungsergebnisse, die in den ambitionierten Innovationsprojekten des Clusters erarbeitet werden, sollen schnell und effizient in die Anwendung gebracht werden. Dies soll durch die Umsetzung der it’s OWL Transferpiloten gelingen, die als Format auf die Anforderungen mittelständischer Unternehmen zugeschnitten sind. Ebenso soll die it’s OWL Innovationsplattform als Transferhighlight mit Leuchtturmcharakter etabliert werden, um aufzeigen, wie der Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Mittelstand von einer regionalen Know-how-Basis profitieren kann. Es werden vier Teilziele verfolgt:



1) FuE-Lösungsbausteine der Forschungseinrichtungen in Transferpiloten mit mittelständischen Unternehmen erproben, weiterentwickeln und in die it’s OWL Innovationsplattform zurückspielen. Die Transferpiloten sollen als Impulsgeber dienen, indem Blaupausen für das Gelingen des Technologietransfers im produzierenden Mittelstand aufgezeigt werden.



2) it’s OWL Innovationsplattform als Anlaufstelle und digitalen Platz („Square“) für den Technologietransfer in der Clusterregion etablieren. Die Plattform soll sich durch eine hohe Akzeptanz in der Community auszeichnen, angeregt genutzt werden und zur nachhaltigen Sicherung von Forschungsergebnissen beitragen.

3) Horizontale und vertikale Ausprägung von Transferpfaden („im Sinne eines T“) fördern: Die horizontale Dimension adressiert die Öffnung und Erweiterung des Ökosystems in Richtung gesellschaftlicher Akteur:innen sowie die Gestaltung hybrider Formate. Die vertikale Dimension betrifft insbesondere die Planung und erfolgreiche Umsetzung der Transferpiloten, um einen Durchstich bis zur Umsetzung konkreter Lösungen zu erzielen.



4) Wirkung der digitalen Innovationsplattform und der umgesetzten Transferpiloten messen. Im Fokus sollen dabei u.a. die erwarteten Netzwerkeffekte stehen, die durch die Plattform für das Transferökosystem erreicht werden sollen. In diesem Zusammenhang gilt es außerdem, das Verständnis über Wirkmechanismen des Wissens- und Technologietransfers in Innovationsclustern zu verbessern.

Ergebnisse und Werte

Im Ergebnis können die vielfältigen Transferpotentiale, die sich u.a. aus den geförderten it’s OWL Innovationsprojekten ergeben, wirkungsvoller ausgeschöpft und in innovative Anwendungen umgesetzt werden. Zielgruppe ist der Mittelstand in OWL, dem der Zugang und die Nutzung der Forschungsergebnisse ermöglicht werden soll, um die Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten zu stärken.



Im Verbundprojekt Transfer:Square erarbeiten die Konsortialpartnern anwendungsorientierte wissenschaftliche Grundlagen im Hinblick auf hybride Transferformate sowie die Anpassung erprobter Transferformate. Die Konsortialpartner führen insgesamt 21 it’s OWL Transferpiloten durch. Dabei handelt es sich um FuE-Kooperationsprojekte zwischen mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Region OWL. In den Transferpiloten werden exemplarische Lösungen für Herausforderungen der involvierten Unternehmen auf Basis von Forschungsergebnissen der wissenschaftlichen Partner entwickelt, validiert und für die Nutzung durch weitere Partner aufbereitet. Auf dem it’s OWL Transfertag 2023 wurden die bis dahin erzielten Ergebnisse der Transferpiloten vorgestellt. Ferner erfolgt die Konzipierung und Durchführung einer Wirkungsmessung für die Transferprojekte mittels eines Online-Fragebogens.



Eine wichtige Säule des Technologietransfers im Spitzencluster bildet die Innovationsplattform. Diese stellt Technologien, Methoden, Werkzeuge, Bibliotheken, etc. zur Entwicklung Intelligenter Technischer Systeme bereit. Transfer:Square adressiert die Skalierung dieser digitalen it's OWL Innovationsplattform im funktional-kommunikativen Sinne. Notwendige FuE-Aufgaben betreffen die funktionale Entwicklung der Plattform und die Gestaltung von Interaktionen, damit die Nutzer:innen häufiger auf der Plattform agieren. Außerdem wird das Angebotsspektrum der Plattform erweitert, etwa indem praxiserprobte Lösungsbausteine aus den durchgeführten Transferpiloten in der Know-how-Sammlung weiteren Clusterpartnern verfügbar gemacht werden, um sie auf weitere FuE-Herausforderungen adaptieren zu können ( https://plattform.its-owl.de/news/knowHowCollection ).



Des Weiteren liegt zum Projektabschluss eine Analyse hinsichtlich der Wirkung der Plattform für das Transferökosystemen it’s OWL vor. Diese zielt darauf, Nutzen (z.B. erwarteten Netzwerkeffekte) und Aufwand (z.B. Kosten für den Betrieb, Einpflegen von Inhalten) gegenüberzustellen und eine weitere Entscheidungshilfe für den Betrieb der Plattform nach Abschluss des Verbundprojekts zu erzeugen. In diesem Zusammenhang werden ausgewählte Daten zur Plattformnutzung ausgewertet und Konzepte zum Plattformbetrieb konzeptionell vorausgedacht.