Entwicklung und Umsetzung eines ganzheitlichen Ansatzes zur Digitalisierung von Prozessen in Industriebetrieben mittels Low-Code-Software

In Unternehmen besteht ein steigender Bedarf an betriebsspezifischen Softwareanwendungen zur Digitalisierung und Optimierung von Prozessen. Für die Erstellung und Anpassung dieser Anwendungen werden derzeit vor allem IT-Fachkräfte benötigt. Da in vielen Unternehmen ein Mangel an IT-Fachkräften besteht und die IT-Abteilungen zumeist stark ausgelastet sind, ist diese Vorgehensweise kostenintensiv und geht mit langen Bereitstellungszeiten einher. Eine Alternative besteht darin, dass Beschäftigte in Fachabteilungen auf einfache und schnelle Weise selbst betriebsspezifische Softwareanwendungen erstellen, mit denen die bestehenden Prozesse digital unterstützt und damit optimiert werden. An einer solchen Lösung arbeitet das Konsortium des vom Land NRW geförderten it‘s OWL Projektes "Entwicklung und Umsetzung eines ganzheitlichen Ansatzes zur Digitalisierung von Prozessen in Industriebetrieben mittels Low-Code-Software" (Pro-LowCode).

Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

BA

Benjamin Adrian

Details

Pro-LowCode

€1,460,000.00

Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

it's OWL

Problem

Die Low-Code-Programmierung ermöglicht es, Softwareanwendungen ohne tiefe Programmierkenntnisse mit Hilfe einer grafischen Benutzeroberfläche zu erstellen. Dazu müssen vorgefertigte Funktionsbausteine von einem fachlich versierten Beschäftigten nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt werden. Dabei wird der Code automatisch im Hintergrund generiert. Der Vorteil liegt darin, dass passgenaue Lösungen realisiert werden können, indem Beschäftigte aus Fachabteilungen mit ihrem Fachwissen direkt an der Softwareentwicklung mitwirken können. Das spart nicht nur Kosten, sondern kann auch den Entwicklungszyklus verkürzen. Allerdings gibt es, obwohl die Low-Code-Programmierung zahlreiche Vorteile bietet, bisher diverse Hindernisse für ihre Anwendung. So ist diese Art der Programmierung in Betrieben bisher weitgehend unbekannt und es mangelt an Untersuchungen zu den Einsatzmöglichkeiten und -grenzen dieser Art der Programmierung. Außerdem ist es für potenzielle Anwender:innen derzeit nicht transparent, welche Low-Code-Plattform für welche Anwendungsfälle geeignet ist. Eine weitere Herausforderung stellt die Integration von mit Low-Code-Plattformen entwickelten Programmen in bestehende IT-Systeme dar.

Ziel und Ansatz

Im Rahmen des Projekts sollen die technischen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen für den Einsatz von Low-Code-Plattformen in Industrieunternehmen identifiziert und prototypisch demonstriert werden. Zudem soll ein methodisches und softwaretechnisches Rahmenwerk entwickelt werden, welches anschließend prototypisch im realen Betrieb bei den Partnerunternehmen erprobt wird. Dies ermöglicht die schnelle Integration eines Low-Code-Programms in bestehende IT-Systeme und Anwendungslandschaften. Darüber hinaus werden Fallstudien entwickelt und veröffentlicht, die erfolgreiche Low-Code-Lösungen aus verschiedenen Anwendungsbereichen beschreiben. Ein ‚Open Call‘ wird es anderen Unternehmen noch während der Projektlaufzeit ermöglichen, an den Entwicklungen zu partizipieren und selber Erfahrungen mit der Low-Code-Programmierung zu sammeln.

Ergebnisse und Werte

Projektergebnisse in Fachbuch veröffentlicht

Die Ergebnisse im Projekt Pro-LowCode sind nun in Form eines Fachbuchs veröffentlicht worden. Der Titel des Buches, das im Springer Verlag erschienen ist, lautet: "Prozesse in Industriebetrieben mittels Low-Code-Software digitalisieren - Ein Praxisleitfaden“. Das Buch besteht aus acht Kapiteln. In den beiden einführenden Kapiteln werden die Potenziale der Low-Code-Programmierung aufgezeigt. Darüber hinaus werden die Entwicklungslinien dieser Art der Programmierung beschrieben. In den Kapiteln 3 bis 5 wird den Fragen nachgegangen, wie Betriebe eine ihren Anforderungen gerecht werdende Low-Code-Plattform auswählen können, wie bei der Programmierung einzelner Low-Code-Applikationen vorzugehen ist und wie die Architektur von Low-Code-Plattformen gestaltet ist. In den Kapiteln 6 bis 8 werden Fallstudien zur Auswahl von Low-Code-Plattformen bzw. zur Programmierung von Low-Code-Anwendungen beschrieben.

Beteiligte Partner

Bad Oeynhausen, Germany

1986

DENIOS SE

Lemgo, Germany

1919

ISRINGHAUSEN GmbH & Co. KG

Paderborn, Germany

1972

Universität Paderborn